25.12.2013

Arthrose

Arthrose (Gelenkverschleiß) entwickelt sich schleichend – und trifft nicht nur ältere Menschen. Typisch für eine beginnende Arthrose sind Gelenkschmerzen, die vor allem nach Ruhephasen auftreten: ein scharfer, plötzlicher Schmerz, der schließlich bei weiterer Bewegung nachlässt. Bei Arthrose kommt es zu einem Schaden am Gelenkknorpel – Ursachen sind häufig eine übermäßige oder falsche Belastung des Gelenks, aber auch Bewegungsmangel. Ebenso können Verletzungen oder angeborene Knorpeldefekte einen vermehrten Gelenkverschleiß bewirken.

Oft betrifft die Arthrose das Hüftgelenk oder das Kniegelenk. Sie beginnt damit, dass sich der Gelenkknorpel langsam, aber fortlaufend abbaut. Hinzu treten Umbauprozesse im angrenzenden Knochen. Unbehandelt führt die Erkrankung im Spätstadium zu einer beschädigten oder zerstörten Gelenkfläche.

Durch den Gelenkverschleiß kommt es zu Gelenkschmerzen. Zudem können sich die Gelenke im weiteren Verlauf versteifen und verformen. Unter bestimmten Bedingungen verstärken sich die Schmerzen, etwa bei kühlem und feuchtem Wetter sowie bei bestimmten körperlichen Belastungen (z.B. bei stoßartigen Bewegungen wie beim Hinabsteigen einer Treppe). Typisch für eine Arthrose ist auch der sogenannte Anlaufschmerz, der nach längerem Ruhen bei Bewegungen auftritt, aber rasch nachlässt. Zudem fühlen sich die Gelenke in der ersten halben Stunde nach dem Aufstehen oft steif an.

Um eine Arthrose festzustellen, fragt der Arzt den Betroffenen nach seinen Beschwerden (Wo? In welchen Situationen? Seit wann?) und untersucht ihn körperlich. Außerdem wichtig: Mithilfe eines Röntgenbildes lässt sich das Ausmaß des Gelenkverschleißes gut beurteilen. Das Röntgen zählt daher zu den Standarduntersuchungen bei Verdacht auf eine Arthrose.

Erfolgt keine Therapie oder setzt diese erst sehr spät ein, kann es im Endstadium der Arthrose soweit kommen, dass das Gelenk vollständig verknöchert. Bessern die nicht-operativen (konservativen) Therapien die Schmerzen nicht, oder ist das Gelenk in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, kann ein operativer Gelenkersatz nötig sein. Solche Operationen erfolgen sehr häufig und zählen zu den Routineeingriffen der Orthopädie und Unfallchirurgie. Typische Beispiele sind ein künstliches Kniegelenk oder ein künstliches Hüftgelenk, meist in Form einer sogenannten Totalendoprothese (TEP), bei der der Operateur das gesamte Gelenk durch ein künstliches ersetzt.



15.08.2013

Impingementsyndrom


Ein Impingementsyndrom (Engpasssyndrom) oder einfach nur Impingement liegt vor, wenn die Schulter in bestimmten Positionen oder bei Belastung schmerzt. Ausgelöst werden die Beschwerden dadurch, dass Weichteile bewegungsbedingt am Schulterdach eingeklemmt werden oder dort anstoßen (engl. impingement = Aufprall, Zusammenstoß, Anstoß).

Die Weichteile können dabei verschlissen oder entzündlich verändert sein. Das Impingementsyndrom zählt zu den häufigsten Ursachen von Schulterschmerzen. Der Begriff "Engpasssyndrom" beschreibt den Grund für die Schmerzen: Bei bestimmten Bewegungen verkleinert sich der Raum unter dem Schulterdach (sog. Subakromialraum).

Liegt ein Impingementsyndrom vor, reicht der Platz nicht aus, um alle dort verlaufenden Strukturen reibungslos unterzubringen. Hinzu kommt häufig ein mechanisches Hindernis am Schulterdach (Akromion), etwa ein Knochensporn oder eine ungünstige Form.

Besonders häufig hängt die Sehne des Obergrätenmuskels (Musculus supraspinatus) mit den Schmerzen beim Impingementsyndrom zusammen. Diese sogenannte Supraspinatussehne verläuft dicht unterhalb des Schulterdachs und ist Teil der Rotatorenmanschette, einem Gefüge aus Muskeln und deren Sehen, die den Kopf des Oberarmknochens umschließen.

Beim seitlichen Anheben schmerzen Arm und Schulter vor allem in einem Winkel von circa 60 Grad bis 120 Grad. Ärzte nennen dies schmerzhaften Bogen (engl.: painful arc).

Die Diagnose eines Impingementsyndroms kann der Arzt meist bereits durch die Schilderungen des Patienten und die Untersuchung stellen. Ergänzend erfolgen Ultraschalluntersuchungen der Schulter und weitere bildgebende Maßnahmen wie MRT (Kernspin) und Röntgen.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache des Impingements, dem Ausmaß der Beschwerden, also dem Leidensdruck des Betroffenen, und dem Ausmaß der Sehnenschädigung. In leichteren Fällen kommen vorwiegend Medikamente, Krankengymnastik und physikalische Therapie zum Einsatz.

Eine Operation (sog. subakromiale Dekompression, Akromioplastik) ist bei einem Impingementsyndrom meist erst bei ausgeprägten Formen nötig oder wenn die anderen Behandlungen die Beschwerden nicht bessern.


06.05.2013

Ischias (Ischiasschmerzen, Ischialgie)



Man bückt sich oder hebt etwas Schweres – und plötzlich tut der Rücken im unteren Bereich weh. Wenn diese Schmerzen bis ins Bein ausstrahlen, handelt es sich wahrscheinlich um einen Ischias (Ischiasschmerzen, Ischialgie). 

Der Ischiasschmerz ist ein Nervenschmerz (Neuralgie), der durch eine Schädigung des Ischiasnervs (Nervus ischiadicus) bedingt ist. Ischiasschmerzen entstehen vor allem dadurch, dass der Ischiasnerv im Bereich zwischen dem vierten Lendenwirbel (L4 = Lumbalwirbel vier) und dem zweiten Kreuzbeinwirbel (S2 = Sakralwirbel zwei) der Wirbelsäule eingeklemmt ist. Eine mögliche Ursache für Ischias ist beispielsweise ein Bandscheibenvorfall.

Die für Ischias typischen Symptome (die bis ins Bein ziehenden Schmerzen) verstärken sich durch Husten oder Pressen. Außerdem kann eine Ischialgie von Gefühlsstörungen und Lähmungen begleitet sein. Zur Ischias-Behandlung kommen zunächst unter anderem schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie krankengymnastische Übungen zum Einsatz, um zu versuchen, die Schmerzen zu lindern. Unter Umständen ist auch eine Operation notwendig. Doch nicht immer ist ärztliche Hilfe bei Ischiasschmerzen nötig: Meist lassen die Schmerzen nach ein paar Tagen bis höchstens sechs Wochen von selbst nach.

Langfristig ist es bei Rückenproblemen wie dem Ischias empfehlenswert, sich ausreichend und regelmäßig zu bewegen und die Rückenmuskulatur zu stärken. Dies ist auch als vorbeugende Maßnahme empfehlenswert. Daneben ist es ratsam, auf eine rückenfreundliche Lebensweise zu achten, um Ischiasschmerzen zu vermeiden.






27.04.2013

Rotatorenmanschettenruptur (Rotatorenmanschettenriss)


Die Rotatorenmanschettenruptur (Rotatorenmanschettenriss) ist eine Verletzung der Schulter. Der Riss betrifft eine oder mehrere Sehnen der vier Muskeln, die die sogenannte Rotatorenmanschette bilden. Meist wird die Sehne des Obergrätenmuskels verletzt, die Supraspinatussehne.

Folgende vier Muskeln und ihre Sehnen bilden die Rotatorenmanschette und können bei einer Rotatorenmanschettenruptur verletzt werden:

• Obergrätenmuskel (Musculus supraspinatus)
• Untergrätenmuskel (Musculus infraspinatus)
• kleiner runder Armmuskel (Musculus teres minor)
• Unterschulterblattmuskel (Musculus subscapularis)

Alle vier ziehen vom Schulterblatt zum Oberarmknochen und setzen dort mit ihren Sehnen an. Ihre Aufgabe besteht darin, das Schultergelenk zu stabilisieren und den Kopf des Oberarmknochens in der Gelenkpfanne des Schulterblatts zu halten. Die Muskeln sind am Heben und Drehen des Armes beteiligt und helfen, die Hand für bestimmte Bewegungen und Tätigkeiten in Position zu bringen.

Eine Rotatorenmanschettenruptur verursacht je nach Ausmaß unterschiedliche Beschwerden. Dabei gilt, dass eher kleine Risse häufig mehr schmerzen als größere Schädigungen. Typische Symptome sind belastungs- und positionsabhängige Schulterschmerzen, die vor allem beim seitlichen Anheben des Arms (Abduktion) gegen Widerstand auftreten. Auch nachts schmerzt die Schulter mitunter, wenn man auf der Seite liegt.

Ein Rotatorenmanschettenriss trifft überwiegend Menschen nach dem 30. Lebensjahr, häufiger Männer als Frauen. Es bestehen vorwiegend drei Ursachen für eine Rotatorenmanschettenruptur:

• Verschleiß (Degeneration), begünstigt durch langjähriges Arbeiten über Kopf oder sogenannte Überkopfsportarten wie Tennis, Basketball, Handball, Golf
• Einengung und Schädigung der Sehnen durch Platzmangel in dem Raum unter dem Schulterdach (sog. subakromiales Impingement)
• Verletzungen und Unfälle, etwa ein Sturz auf den Arm oder die Schulter


Ein Riss tritt in aller Regel nur bei vorgeschädigten Sehnen auf. Eine gesunde und reibungslos "arbeitende" Rotatorenmanschette ist für viele Bewegungen der Schulter, des Arms und der Hand unverzichtbar. Daher sollte nach einer Rotatorenmanschettenruptur rasch mit der Therapie begonnen werden. Sie umfasst – je nach Schweregrad, Alter, Beruf und Anspruch des Betroffenen – nicht-operative (konservative) und operative Maßnahmen.

Die konservative Behandlung setzt auf Medikamente gegen Schmerz und Entzündung sowie auf physiotherapeutische Maßnahmen. Als typische Operation gilt die Naht der Rotatorenmanschette. Nach dem Eingriff muss der Betroffene den Arm auf spezielle Weise lagern. Mit physiotherapeutischen Übungen lassen sich Kraft und Beweglichkeit der Schultermuskeln beziehungsweise des Schultergelenks wieder aufbauen.

Rheuma


Millionen Menschen in Deutschland leiden an rheumatischen Erkrankungen, im Volksmund kurz als "Rheuma" bezeichnet. Mediziner unterscheiden degenerative und entzündliche rheumatische Erkrankungen.

Die häufigste entzündliche Rheuma-Form ist die rheumatoide Arthritis (RA). Bei dieser Erkrankung ist die körpereigene Abwehr (Immunsystem) fehlgesteuert. Sie greift die eigenen Gelenke und verschiedenen Gewebe an und zerstört diese (Autoimmunität). Frauen sind etwa doppelt so häufig von Rheuma betroffen wie Männer. Die Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind noch nicht vollständig geklärt. Es bestehen jedoch Zusammenhänge mit genetischen Faktoren und gegen körpereigene Gewebe gerichteten (autoimmunologischen) Prozessen.

Typische Symptome von Rheuma sind:
• nächtliche und morgendliche Schmerzen der Fingergelenke sowie
• eine Morgensteifigkeit dieser Gelenke, die länger als eine Stunde anhält.

Meist tritt Rheuma an beiden Händen spiegelbildlich an den gleichen Gelenken auf. In der Folge sind immer mehr Gelenke betroffen und verformen sich. Seltener verursacht Rheuma Symptome an Organen (Augen, Speichel- und Tränendrüsen, Haut, Herz, Lunge).

Die Diagnose der rheumatoiden Arthritis stellt der Arzt anhand der Krankengeschichte sowie Röntgenaufnahmen von Händen und Füßen und Blutuntersuchungen.
Ergänzend helfen physikalische Therapie, Ergotherapie, Krankengymnastik und chirurgische Therapie. Die Therapie kann die Beschwerden bei Rheuma allerdings nur lindern – geheilt werden kann die rheumatoide Arthritis nicht.

In den meisten Fällen verläuft Rheuma chronisch. Obwohl es auch gutartige Verläufe gibt, besteht die Möglichkeit, dass Betroffene mit der Zeit berufsunfähig und dauerhaft hilfsbedürftig werden. Es gibt inzwischen aber viele Hilfsmittel, die Menschen mit Rheuma den Alltag erleichtern und ihnen ihre Selbständigkeit weitgehend erhalten.



24.04.2013

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen (Cephalgie) können eine eigenständige Erkrankung (sog. primäre Kopfschmerzen) oder ein Symptom einer anderen Erkrankung (sog. sekundäre Kopfschmerzen) sein. Die Schmerzen können in verschiedenen Bereichen des Kopfes auftreten, zum Beispiel einseitig oder beidseitig oder auch an unterschiedlichen Stellen, etwa an der Stirn, den Schläfen, hinter den Augen, im Nacken oder am Hinterkopf.

Bei den wesentlich häufigeren primären Formen entsteht der Kopfschmerz nicht als Folge anderer gesundheitlicher Probleme. Beispiele für primäre Kopfschmerzen sind Spannungskopfschmerz, Migräne und Cluster-Kopfschmerz.

Sekundäre Kopfschmerzen treten als Begleiterscheinung oder als Folge einer anderen Erkrankung auf. So können etwa eine Erkältung, eine Grippe, Bluthochdruck oder auch eine Hirnhautentzündung mit Kopfschmerzen einhergehen. Ebenso ziehen mitunter Flüssigkeitsmangel, ein Sonnenstich oder exzessiver Alkoholkonsum die unangenehmen Beschwerden nach sich.


21.04.2013

Osteoporose (Knochenschwund)


Osteoporose (Knochenschwund) ist die häufigste Knochenerkrankung in Deutschland. Dabei kann jeder selbst zur Osteoporose-Vorbeugung beitragen: Gesunde Ernährung und viel Bewegung können den Knochenschwund weitgehend verhindern.

Bis etwa zum 40. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse des Menschen zu; danach baut der Körper natürlicherweise jährlich etwa 0.5 bis 1 Prozent wieder ab.
Bei Osteoporose nimmt die Knochenmasse über das natürliche Maß hinaus ab, sodass die Betroffenen viel mehr Knochenmasse verlieren als ein gesunder Mensch. Dieser Knochenschwund wirkt sich nachteilig auf Knochenstruktur und Knochenfunktion aus: Das Skelett verliert an Stabilität und das Risiko für Knochenbrüche steigt.

Eine Osteoporose kann verschiedene Ursachen haben. In etwa 5 Prozent der Fälle ist der Knochenschwund die direkte Folge einer Erkrankung oder einer langfristigen Medikamenteneinnahme (sog. sekundäre Osteoporose). Die meisten Menschen (95%) entwickeln jedoch Knochenschwund, ohne dass Erkrankungen oder Medikamente als Auslöser zu erkennen sind (sog. primäre Osteoporose).

Hierzu zählen:
• die Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren (postmenopausale Osteoporose) und
• die Altersosteoporose, die etwa ab dem 70. Lebensjahr bei beiden Geschlechtern auftritt.


Zu Beginn macht sich eine Osteoporose kaum durch Symptome bemerkbar. Schreitet die Osteoporose fort, treten jedoch Knochenbrüche scheinbar ohne erkennbare Ursache auf: Diese sogenannten Spontanfrakturen bei Osteoporose verursachen Schmerzen.

Den bei Knochenschwund häufigen Wirbelbruch halten die Betroffenen wegen der schlagartig einsetzenden Rückenschmerzen häufig für einen Hexenschuss oder Ischias-Schmerz.
Langfristig führen solche Wirbelkörperbrüche jedoch zu:
• einem Größenverlust von mehreren Zentimetern,
• der Ausbildung eines Rundrückens,
• einer verstärkten Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorn.

Die richtige Ernährung spielt bei der Osteoporose-Therapie eine wichtige Rolle.
Dabei gilt es vor allem,
• Untergewicht zu vermeiden, da sich dies begünstigend auf Knochenschwund auswirkt, und
• den Körper mit ausreichend Kalzium und Vitamin D zu versorgen.